Mein Jahresrückblick 2017

Wo fange ich an?

Ich glaube mir geht es fast jedes Jahr so, dass ich glaube, dass gar nicht so viel Neues / Besonderes in meinem Leben geschehen ist. Doch 2017 war schon etwas anders. Wirklich wundervolle Momente durfte ich erleben, aber auch schlimme Erfahrungen machten dieses Jahr keinen Halt vor mir. Ich schätze mich sehr glücklich, weil immerhin beide Seiten des Lebens vorhanden waren.

Aber lasst mich das etwas genauer beschreiben, damit ihr wisst wovon ich rede.

Wenn 2017 ein Buch wäre, würde ein kleiner, aber sehr besonderer Mensch ein großes Kapitel davon einnehmen. Emma Palmer, mein Patenkind.

Als sie nur vier Tage nach meinem 30. Geburtstag letzten Jahres (2016) geboren wurde, war bereits das ein großes Wunder. Denn schon während der Schwangerschaft wusste ihre Mama, meine Cousine, dass sie nicht gesund ist. Trisomie 18 lautete die niederschmetternde Diagnose der Ärzte. Bei diesem schwerwiegenden Chromosomenfehler ist die durchschnittliche Lebensdauer der Betroffenen nur 6 Tage.

Unsere süße „Emmi“ lebte 84 Tage lang, bis Anfang März 2017.

Baby, Babyfoto, Neugeborenenfotos Weinstadt

Wir alle konnten es einfach nicht fassen. Auch wenn alles dagegen sprach: Wir glaubten bis zu Letzt an ein Wunder. Das Leben kann manchmal ganz schön brutal sein.

Auch wenn es mit Sicherheit sehr sehr anstrengend war stets im Hinterkopf zu haben, dass sie jederzeit einfach so sterben könnte und der Monitor, der ihren Puls und die Sättigung überwachten mehrmals täglich piepsten, wünscht man sich dennoch nichts anderes als dass dieser kleine Mensch lebt.

Ich muss zugeben, dass diese Erfahrung mein Urvertrauen in das Gute erschüttert hat. Irgendwie ist leider ALLES möglich. Das Beste, aber leider auch das Schlimmste. Darum sollten wir noch mehr denn je für alles noch so kleine Positive dankbar sein und nichts als selbstversändlich erachten.

Was ich aus dieser Erfahrung lernte:

Nutze jede Gelegenheit, um bei deinen Liebsten zu sein

Ich bin sehr froh darüber, dass ich es trotz 600km Entfernung geschafft habe zu ihrer Geburt und Nottaufe da zu sein, die ersten Augenblicke der neugierigen und überglücklichen Geschwister festzuhalten, zur Weihnachtszeit und nochmal im Frühjahr zu Besuch zu kommen und so viel Nähe und Liebe wie möglich geben und auch von ihr erhalten zu können. Diese Zeit kann mir niemand mehr nehmen.

 

Wie stolz ich bin ihre Patentante zu sein

Das Gefühl jemandes Patentante sein zu dürfen hat mich ehrlich gesagt überrascht. Ich hätte nicht gedacht, dass es mich so berühren oder stolz machen würde.

Fotos & Videos (von jedem von uns) sind wirklich unfassbar wichtig

Ich habe bei jedem Besuch viele Fotos und kleine Videomitschnitte von Emma und ihrer Familie gemacht. Damit hab ich gleich zu Beginn eine Diashow von der Taufe und dem ersten Kennenlernen mit den Geschwistern erstellt. Dieses Video ist ganze 30 Minuten lang geworden, aber meine Cousine betont immer wieder, wie dankbar sie dafür ist.

Gleichzeitig muss ich immer wieder an meinen letzten Besuch im Februar denken. Bei dem waren alle verschnupft und ich habe meine Kamera kaum in die Hände genommen. Dafür aber Emmi viel öfter als zuvor. Immer wenn ihr Monitor Alarm schlug nahmen wir sie so schnell wie möglich in unsere Arme und sofort normalisierten sich ihre Werte. So einen deutlichen Effekt zu merken war sehr schön und ich glaube jedem von uns tut körperliche Nähe unheimlich gut.

Auch wenn es viel zu kurz war, bin ich unglaublich stolz auf mein kleines Patenkind. Sie hat es viel länger geschafft als manch andere mit so einer Diagnose oder die Ärzte sagten. Vorallem hatten wir damit die Chance sie tatsächlich „kennenzulernen“. Ich hab jetzt wirklich ein Gefühl für ihr Wesen und kann sie richtig in Erinnerung behalten. Das bedeutet mir viel.

Danke vorallem an meine Cousine, die sich gegen die „Empfehlung“ der Ärzte setzte und so viel Mut und Hoffnung bewiesen hat Emma auf die Welt zu bringen. Du  hast nie aufgehört für sie da zu sein und hast alles gegeben!

Babyfüße Familienfotos Weinstadt Baden-Württemberg

Nun den Bogen zu einem freudigen Thema zu schlagen fällt mir schwer, aber genauso ist das Leben, oder?! Es geht immer weiter. Egal wie unfair und schrecklich manche Situationen sind und man sich selbst denkt „wie kann sich die Welt nur normal weiterdrehen, wenn doch gerade dieser wunderbare Mensch von uns gegangen ist?“; So kommt früher oder später wieder Licht in unser Leben.

So ein Licht ist das Baby in meinem Bauch. Ich bin im 7. Monat schwanger.

Diesen Sommer haben mein Mann und ich von unserem bisher größten Glück erfahren und sind beide unglaublich dankbar und froh darüber, dass sich mein kleiner Bauchbewohner gesund entwickelt und mich bereits seit einigen Wochen mit täglichen Bewegungen verzaubert.

Nach so einem Verlust und auch bei dem Gedanken an viele andere Frauen, die lange auf eine Schwangerschaft warten müssen oder Fehlgeburten haben , könnte ich mich nicht glücklicher und dankbarer schätzen. Oft sieht man das als etwas Selbstverständliches an, aber das ist es nicht. Es ist ein wahres Wunder und genau so fühlt es sich jeden Tag für mich an.

Danke, danke, danke, dass ich diese besondere Erfahrung machen darf!!!

Und auch wenn ich an Emma denke, möchte ich nicht nur Trauer spüren. Ich will mich gerne an sie erinnern und von ihr erzählen. Sie soll kein „Thema“ sein das man vermeidet, sondern ein Baby das auch weiterhin ihren Platz in unserer Familie hat. Und wenn es nur durch Erzählungen ist. Sie war in unserem Leben und hat uns für immer verändert.

Brautstrauß Hochzeit Lauchheim - Hochzeitsfotografin Lauchheim

Nun auch mal etwas zur Fotografie

2017 durfte ich viele wirklich schöne Hochzeiten begleiten und ich bin sehr dankbar für die absolut tollen Brautpaare, die mich über´s Internet oder Empfehlungen finden und buchen. Auch all die glücklichen Familien, die ich vor die Kamera bekomme passen stets zu mir. Darüber staune ich, ehrlich gesagt immer am meisten: Wie locker, humorvoll und wunderbar meine Kunden sind. Wir verstehen uns sehr gut und haben eine schöne Zeit zusammen. Und genau dann entstehen auch die tollsten Fotos. Ich könnte mir keinen schöneren Beruf vorstellen und bin unglaublich dankbar für Euch alle!

Hochzeitsfotografie Berlin & Baden-WürttembergWie es 2018 mit Hochzeitsreportagen (besonders in Baden-Württemberg) und Familienfotoshootings weitergeht erzähle ich Euch in meinem nächsten Blogeintrag. Dieser hier sprengt bereits jetzt die geplante Länge, aber gewisse Dinge brauchen ihren Raum. Mir war es wichtig Euch nun endlich mal von dem Verlust von Emma und meinem Familienzuwachs zu erzählen. Zwei Dinge, die so unterschiedliche Gefühle in mir auslösen, aber ein Teil meines Lebens sind.

Oh und habe ich erwähnt, dass ich Ende Dezember meinen langjährigen Freund geheiratet habe? …eieiei, das schreit nach weiteren Blogeinträgen. Gut, dass ich wieder große Lust habe Euch hier auf dem Laufenden zu halten.

Ich freue mich auf ein spannendes neues Jahr und hoffe Euch allen geht es gut!!

Wie intensiv oder bodenständig war Euer letztes Jahr? Schreibt mir gerne, ob in einem Kommetar oder per privater Nachricht. Ich freue mich von Euch zu hören!

Eure Jacqueline

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